Offshore-Wind: Norwegische Regierung stellt Pläne für den Ausbau der Windenergie in der Nordsee vor

Am 6. Dezember 2022 stellte der norwegischen Minister für Erdöl und Energie, Terje Aasland, die Ambitionen der Regierung für Offshore-Windparks in den Gebieten Sørlige Nordsjø II und Utsira Nord vor. In ihrer Stellungnahme schlug die Regierung Kriterien und Modelle für die Zuteilung von Entwicklungsflächen in den benannten Gebieten vor. Die norwegische Regierung beabsichtigt, die erste Phase des Prozesses zur Zuteilung der Gebiete zum Ende des ersten Quartals 2023 einzuleiten und plant damit, dass die ersten Windturbinen im Jahre 2030 in Betrieb gehen.

Auf dem Gebiet Sørlige Nordsjø II sollen Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 3.000 MW entstehen. In der ersten Ausschreibungsphase sollen davon 1.500 MW vergeben und errichtet werden. Utsira Nord soll Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1.500 MW beherbergen, eingeteilt in drei auszuschreibende Gebiete von jeweils 500 MW.

Für beide Entwicklungsflächen wurde Statnett, dem Betreiber des norwegischen Stromnetzes, die Verantwortung für die Planung des Offshore-Netzes übertragen. Statnett soll sowohl für das Offshore-Kraftnetz als auch für die Planung von Verbindungspunkten dieses Netzes an das Übertragungsnetz zu Lande verantwortlich sein. Weiter sollen die Windpark-Betreiber einen Teil derjenigen Kosten tragen, die entstehen, wenn durch den Anschluss des Windparks an das Übertragungsnetz zusätzliche Investitionen in dieses notwendig werden.

Mit Rücksicht auf die aktuellen Kostenerwartungen für den Bau von Offshore-Windanlagen und den prognostizierten Preisen von Offshore-Windenergie hat die norwegische Regierung zunächst davon abgesehen, eine Naturressourcensteuer auf Gewinne aus der Offshore-Windenergie einzuführen. Solche Naturressourcensteuern sind in Norwegen bereits bekannt und werden auf Erdöl, Wasserkraft und nach den Plänen der aktuellen Regierung zukünftig wohl auch Windkraft an Land und Fischzuchtanlagen erhoben - also überall dort, wo besonders hohe Gewinne unter Zuhilfenahme von Naturressourcen erzielt werden. Ob eine solche Naturressourcensteuer in Zukunft erhoben werden könnte, ist noch offen - am 11. Mai 2022 erklärte die Regierung jedenfalls, dass sie die Möglichkeit der Erhebung einer solchen Steuer für Offshore-Windanlagen prüfen würde. Ebenfalls diskutiert wird, wie zuletzt aufgrund eines Vorschlags des norwegischen Finanzministeriums vom 21. Februar 2022, die Einführung einer zusätzlichen Steuerpflicht für ausländische Akteure, die in Norwegen erneuerbare Energien gewinnen. Eine solche solle die Gleichbehandlung norwegischer und ausländischer Unternehmen sicherstellen. 

Die Frist, Kommentare zu dem Vorschlag der Regierung über die Rahmenbedingungen für Offshore-Windprojekte abzugeben, endet am 6. Januar 2023.

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Sie können das norwegische Konsultationsdokument für das Gebiet Sørlige Nordsjø II hier und für Utsira Nord hier lesen.

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